Was geht weiter in Sachen Denkmal? Wie berichten die internationalen Medien über die aktuellen Aktivitäten des Personenkomitees? Pressestimmen im Überblick:



Die Debatte um das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz

 

Die Presse|  21. April 2012

LeserInnen-Briefe auf diesen Artikel:



Es wird sich ein anderer Platz finden lassen
„Standort für Deserteursdenkmal: Heldenplatz . . .“


Bekanntlich wurde der Heldenplatz schon Mitte des 19. Jh.s als Teil des sog. Kaiserforums geschaffen. Mit seinem Namen wurden unsere österreichischen Soldaten unter der Führung von Prinz Eugen und Erzherzog Karl für den Einsatz ihres Lebens gegen die feindlichen Bedrohungen aus Ost und West geehrt.

Das Äußere Burgtor dient heute als Denkmal für Kriegsgefallene. Seit 2002 befindet sich dort außerdem ein Denkmal für die im Dienst getöteten Polizisten und Gendarmen. Dass dieser Platz für Demonstrationen aller Art auch gröblich missbraucht wurde, liegt an seiner großen Ausdehnung und seiner zentralen Lage in Wien.

In Anbetracht dieser geschichtsträchtigen Vergangenheit wäre der Heldenplatz für die Aufstellung eines Denkmals für Deserteure eine Zumutung, umso mehr, als der Ausdruck Deserteur allgemein negativ besetzt ist. Schließlich waren nicht alle Deserteure Widerstandskämpfer.

Es wäre sicherlich auch nicht der passende Hintergrund für die jährliche traditionelle Angelobung unserer Soldaten, die durch unseren Herrn Bundespräsidenten am österreichischen Nationalfeiertag vorgenommen wird. Es wird sich wohl ein anderer Platz finden lassen.

DI Herbert Lang, 1020 Wien
„Die Presse“, 21. April 2012


Es gibt bereits ein Mahnmal in Kagran

Es scheint nur wenig bekannt zu sein, sonst würde nicht derart heiß diskutiert werden, dass es in Wien ohnehin schon ein solches Denkmal gibt. Mitte der 1980er-Jahre wurde in Kagran an der Stelle der ehemaligen Schießstätte unter Mitwirkung des Verteidigungsministeriums ein solches Denkmal errichtet, und zwar sinnvollerweise an dem Platz, an dem die meisten von ihnen hingerichtet wurden.
Seither finden dort alljährlich Gedenkveranstaltungen statt und werden von diversen Organisationen Kränze niedergelegt.

Hubertus Trauttenberg, 4810 Gmunden
„Die Presse, 21. April 2012


Zu Unterrichtszwecken in jede Kaserne

Der Plan, auf dem Heldenplatz ein Deserteursdenkmal zu errichten, ist nicht optimal, weil gerade jene Bevölkerungsgruppe, die damit bevorzugt angesprochen werden soll, nicht genügend erreicht wird.

Es wäre wesentlich sinnvoller, in jeder Kaserne ein solches Denkmal aufzustellen, um den jungen Soldaten klar zu zeigen, wie die Wertehaltung unserer Gesellschaft sein soll. Außerdem wären die Soldaten auch über das naturrechtlich verankerte Widerstandsrecht gegen einen Unrechtsstaat zu unterrichten.


Dabei könnte beispielsweise geklärt werden, ob dieses Widerstandsrecht schon ausgeübt werden darf, wenn der Staat den fleißigen und arbeitsamen Bürgern 50 Prozent ihres Verdienstes abnimmt oder ob dies erst bei einem Raub von 60 Prozent zulässig ist.

Dr. Gottfried Traxler, 7000 Eisenstadt
„Die Presse“, 21. April 2012


 

"Standort für Deserteursdenkmal: Heldenplatz unter den Favoriten", von Andreas Wetz und Erich Kocina, 21.4.

Deserteursdenkmal stellt Provokation dar

Wir wissen alle, dass Wehrmachtsdeserteure durch die NS-Justiz schrecklich gedemütigt wurden und die Bestrafung eine unverhältnismäßige und weit jenseits einer humanen Auffassung war. (Wobei der Begriff "Bestrafung" bei einem Unrechtssystem eigentlich irrelevant ist.) Trotzdem bin ich der Meinung, dass ein Denkmal für Deserteure unnotwendig ist und eine Provokation darstellt.

Insbesondere dann, wenn - wie die Proponenten des Deserteuersdenkmals behaupten - es per se gerechtfertigt war, aus der Wehrmacht zu desertieren. Dann müssen sich Millionen ehemalige Wehrmachtsangehörige fragen: Wie hätten wir handeln sollen?

Und damit wird eine Gruppe von Menschen gedemütigt und in die moralische Bredouille gebracht, die sowieso (auch) zu den großen Verlierern dieses Zweiten Weltkrieges zählen: die Soldaten der Wehrmacht, missbraucht und instrumentalisiert von einem verbrecherischen System (die dies später erst einmal realisieren mussten!), die einen Teil ihres Lebens und ihre Gesundheit dafür opfern mussten und zerstörte Familien vorfanden; und schließlich die riesige Menge an Menschen, die umsonst und willkürlich sterben mussten. Und das erschüttert mich wahrlich immer wieder, denn mir ist jeder einzelne Tote - und damit meine ich alle Opfer - um einen zu viel.

Das geplante Deserteursdenkmal ist nicht der vitale Wunsch der wenigen noch lebenden Deserteure oder deren Angehöriger, es ist der Wunsch gewisser politischer (grüner) Akteure, ein Top-down-Wunsch zur Profilierung, dessen Realisierung wieder Gräben aufreißt und Unfrieden stiftet. Deshalb brauchen wir das Deserteursdenkmal nicht.

Mag. Karl Heinz Tschiedl, 3143 Pyhr
Die Presse, 21. April 2012

 

MEDIENECHO vom 20. April 2012

OTS-Meldung: Kein Denkmal für Kameradenmörder am Heldenplatz!

„Die Presse“: „Standort für Deserteursdenkmal: Heldenplatz als Favorit“

Meldung auf der Homepage der Israelitischen Kultusgemeinde (APA-Meldung)

ORF.at: „Deserteursdenkmal: Heldenplatz als möglicher Standort“

OE24.at: Wiener Deserteursdenkmal: Heldenplatz als Standort

„Kurier“: Rot-Grün lässt Deserteure warten

„Der Standard“: Deserteursdenkmal: Stadt prüft Heldenplatz

Vienna.at: „Kommt das Denkmal für NS-Deserteure auf den Heldenplatz?



Salzburger Nachrichten|  19. April 2012

"Tauziehen um Deserteure"


Heldenplatz? Oder Rossauer Lände? Die zuständige Kommission der Stadt Wien befasst sich am Freitag mit dem Vorhaben der rot-grünen Stadtregierung, ein Denkmal für die vom NS-Regime hingerichteten Deserteure aus der NS-Wehrmacht zu errichten. Und so einig die Parteien grundsätzlich über ihren Plan sind, so divergierend sind die Meinungen über den richtigen Ort des Gedenkens.

Das Personenkomitee, das seit Jahren für ein Deserteursdenkmal kämpft, plädiert für den Standort Heldenplatz: Dieser ist der repräsentativste Platz der Bundeshauptstadt und auch historisch aufgeladen. Hier jubelten 1938 Hunderttausende dem „Führer“ Adolf Hitler zu, hier fand 1993 auch das „Lichtermeer“ gegen Ausländerfeindlichkeit statt.

Die Pläne für den Standort Heldenplatz werden dadurch begünstigt, dass es am Rande dieses Platzes ein Areal gibt, das nicht dem Bund, sondern der Gemeinde Wien gehört. Auch dieses Areal ist historisch aufgeladen: Es war in den Dreißigerjahren für ein Denkmal für den austrofaschistischen Bundeskanzler Engelbert Dollfuß vorgesehen, der 1934 von den Nazis ermordet wurde. Dollfuß Nachfolger Kurt Schuschnigg hat einst sogar bereits den Grundstein für das nie errichtete Dollfuß-Denkmal gelegt.

Die SPÖ– würde das Deserteursdenkmal lieber am Donaukanal nächst der Rossauer Kaserne sehen. Auch das hätte historischen Sinn: In dieser Kaserne wurden während des NS-Regimes Wehrdienstverweigerer und Deserteure verhört und gefoltert. Nachteil des Standorts: Er ist verkehrsumflutet, öffentliche Gedenkveranstaltungen wären nur schwer möglich. Die Diskussion geht weiter.

 

 

KRONEN ZEITUNG |  18. April 2012

"Heldenplatz, Ballhausplatz, Rossauer Lände. Vorentscheidung um Standort für Denkmal"


Seit vielen Monaten wird über den Standort des Denkmals für die Opfer der NS-Militärjustiz diskutiert. Fünf Plätze stehen noch zur Auswahl, darunter der Heldenplatz, der Ballhausplatz und die Rossauer Lände. Am Freitag könnte eine Entscheidung fallen, wenn die Arbeitsgruppen für die Umsetzung wieder tagen.

Soviel ist fix, das Denkmal soll sich in zentraler Lage befinden und einen historischen Ortsbezug aufweisen. Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass die Entscheidung über den Standort unmittelbar bevorsteht. "Ich gehen davon aus, dass wir bald zu einer Lösung kommen", so der grüne Klubchef David Ellensohn, der persönlich den Heldenplatz oder den Ballhausplatz präferiert. Eine Entscheidung müsse aber nicht unbedingt am Freitag fallen.

Zurückhaltend gibt sich auch das Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny: "Wir werden in Ruhe mit den Experten diskutieren", heißt es. Bis Ende 2013 soll das Denkmal jedenfalls fertig sein. Unterstützung kommt aus der City. Nach einem Antrag der SPÖ wird in der Kulturkommission darüber diskutiert: "Wir hätten die Gedenkstätte gerne in der Inneren Stadt", erklärt Bezirks-Vizin Daniela Stepp.

Die Opfer des NS-Militärjustiz - zumeist Wehrdienstverweigerer und Deserteure - mussten nach Kriegsende lange Zeit um Anerkennung kämpfen. Unter ihnen finden sich auch prominente Österreicher, wie Franz Jägerstätter, Fritz Muliar, Oskar Werner, H.C. Artmann oder Dietmar Schönherr.

 

 

DIE PRESSE |  7. April 2012

LeserInnen-Brief auf diesen Artikel:


"Die Presse" vom 7.04.2012

Deserteure gehören zum Widerstand


Sie fragen Ludwig Steiner, ob es im Nationalsozialismus nicht mutiger gewesen sei, Widerstand zu leisten als zu desertieren. Steiner weist in seiner Antwort darauf hin, dass unterschieden werden müsse zwischen Fahnenflucht aus politischen Motiven und solchen Soldaten, "die einfach - menschlich vielleicht verständlich - davongelaufen sind".

So legitim und sinnvoll es ist, nach den Beweggründen von Entziehungen aus der Wehrmacht zu fragen, führt die Frage doch in die Irre. Denn sie impliziert, dass sich Widerstand und Desertion gegenseitig ausschließen.


Zum einen ist aber zu bedenken, dass es aus Sicht der Wehrmachtgerichtsbarkeit oft völlig unerheblich war, warum sich ein Soldat entfernte. Desertion oder Wehrdienstverweigerung wurden als politische Delikte behandelt; wer ergriffen wurde, war fast immer des Todes. Dies ist ein wesentlicher Grund für die 2009 erfolgte pauschale Rehabilitierung der Verfolgten durch den Nationalrat.


Gleichzeitig waren Entziehungen oft Voraussetzungen für Widerstandshandlungen. Schließlich ist zu bedenken, dass die überlieferten Kriegsgerichtsakten kaum zuverlässige Anhaltspunkte für die Bestimmung von Fluchtmotiven liefern. Zu erinnern ist in diesem Zusammenhang auch an das Wort Adolf Hitlers: "Der Soldat an der Front kann sterben, der Deserteur muss sterben."

Dr. Magnus Koch, Generalsekretär für die inhaltlich-wissenschaftliche Betreuung des Wiener Deserteursdenkmals, 22767 Hamburg


 

ORF Wien |  30. März 2012



KathWeb - Katholische Presseagentur |  29. März 2012



Salzburger Nachrichten |  7. März 2012

Presseaussendung des Kameradschaftsbundes:


www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120307_OTS0029/kein-denkmal-fuer-deserteure

Reaktionen:
LeserInnen-Briefe auf diesen Artikel:


Salzburger Nachrichten vom 17. März 2012, Seite 32

Schande in Österreichs Hohen Häusern

„Was sind das nur für Volksvertreter in unserem Parlament? Rechtskräftig Verurteilte (Westenthaler, Winter) und sogar ein dritter Nationalratspräsident mit seiner rechtsextremen Verbindung und seiner bräunlichen Entourage! Oder ein Bundesrat Bieringer, der noch immer nicht den Unterschied zwischen einem Rechtsstaat und dem verbrecherischen Regime des Dritten Reiches kennt! Prost Mahlzeit Österreich!”

Fleur Kretschmer, 2344 Maria Enzersdorf

 


"Kleine Zeitung" vom 10. März 2012 Seite 56

Eine Schande
Es ist eine Schande für alle Kameraden des Kameradschaftsbundes, wenn man sich die Aussage von Herrn Ludwig Bieringer, Präsident des Kameradschaftsbundes, zu Gemüte führt, in der er sagt: „Ich lehne ein Denkmal für die Deserteure der NS-Wehrmacht ab!“ Bitte Herr Präsident, treten Sie zurück, denn Sie können zwischen einem Rechtsstaat und dem „Dritten Reich“ nicht unterscheiden, und das ist deprimierend, vor allem für jene Kameraden, die ein Mörderregime nicht unterstützt haben!

Hans Irrasch, Leoben



Salzburger Nachrichten Nr. 63 vom 15. März 2012, Seite 26

Die Leiden der Deserteure würdigen

Der Kameradschaftsbund protestiert in aller Schärfe gegen ein Deserteursdenkmal in Wien und appelliert an die Wiener Stadtregierung, ein solches Denkmal nicht zu errichten. Das grundlegende Problem scheint mir dabei zu sein, dass der Vorsitzende Ludwig Bieringer keinen klaren Trennstrich zu ziehen vermag zwischen der NS-Wehrmacht und dem Bundesheer, der Armee eines demokratischen Rechtsstaats. Die Republik (damals SPÖ, ÖVP und Grüne) hat im Jahr 2009 alle Urteile der NS-Militärjustiz aufgehoben und den Verurteilten Respekt und Anerkennung ausgesprochen. Jeder Wehrmachtsdeserteur hat auf je eigene Weise dazu beigetragen, eine Armee zu schwächen, die einen völkerrechtswidrigen Angriffs- und Vernichtungskrieg führte. Ohne die Niederlage der Wehrmacht hätte es kein freies Österreich gegeben. Das Denkmal wird eben jenen Deserteuren der Wehrmacht gewidmet sein. Die Annahme, dass sich davon auch Bundesheer-Angehörige angesprochen fühlen könnten, ist abwegig. Und überhaupt: Wer spricht von „Helden“-Gedenken für Deserteure? Es geht darum, die Leiden und die Leistungen derer zu würdigen, die von einer verbrecherischen Wehrmachtjustiz verfolgt wurden. Nicht mehr und nicht weniger.

Dr. Magnus Koch, Generalsekretär für die inhaltlich-wissenschaftliche Betreuung des Wiener Deserteursdenkmals D-22767 Hamburg

 


Wiener Zeitung Nr. 53 vom 16. März 2012 Seite 18

Der Kameradschaftsbund lässt außer Acht, dass beim heutigen Bundesheer schon vor Antritt die Möglichkeit besteht, dieses abzulehnen und besser Zivildienst zu leisten. Das ist dann wirklich Dienst, der Bedürftigen dient. Daher besteht gar kein Anlass mehr, aus dem Heer zu flüchten. Doch nach wie vor scheint beim Heer allzu vielen Denken und Eigenverantwortung, das Gewissen als oberste Instanz, suspekt zu sein. Der Drill ist ja hauptsächlich dazu da, den jungen Menschen das auszutreiben, um blinden Gehorsam zu erreichen. „Befehl ist Befehl“, wie Prof. Erwin Ringel, der Erforscher der österreichischen Seele, das anprangerte. Niemand sollte sich daher davon abbringen lassen, der Deserteure zu gedenken.


Christine Preyer

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Salzburger Nachrichten |  3. März 2012



Die Presse |  10. Februar 2012

(copy 1)



LeserInnen-Briefe auf diesen Artikel:


"Die Presse" vom 16.02.2012, Seite 26

Ort des Gedenkens auf "Ersatzruhestätte"

Nach meiner Erinnerung, und das gilt wohl immer noch, sieht
sich das Bundesheer nicht als Erinnerungsträger für die Deutsche
Wehrmacht. Es führt in seinem Totengedenken auch nicht Truppenteile an,
sondern lädt ein, der gefallenen Soldaten aller Staaten zu gedenken. Dem
kommt besonders dann Bedeutung zu, wenn dem Ort des Gedenkens auch die
gem. Völkerrecht vorgesehene Funktion einer "Ersatzruhestätte" zukommt.

Es stellt sich dann die Frage, ob Eingriffe bzw. Störungen nicht als
"Grabschändungen" zu werten und daher sogar rechtlich zu verfolgen sind.
Bei aller Anerkennung der Sicht von Denkmälern als Stätten kollektiven
Gedenkens - sic! - wird man auch den Nachfahren bzw. Besuchern das
individuelle Gedenken nicht abstreiten wollen.

Das österreichische Heldendenkmal wurde nach langem Vorlauf zum Gedenken
an die toten Angehörigen der k.u.k. Armee, in Anwesenheit von Vertretern
der Nachfolgestaaten, im September 1934, also zu einem Zeitpunkt noch weit
entfernt vom Anschluss, vom Zweiten Weltkrieg und von der Zugehörigkeit
von Österreichern zur SS, im Beisein des Bundespräsidenten durch den
Erzbischof von Wien als Teil einer mehrtägigen Feier eingeweiht. Zwischen
1939 und 1945 und nachher in der Kriegsgefangenschaft fanden rund 300.000
Österreicher als Soldaten der Deutschen Wehrmacht den Tod. Zur Erinnerung:
Unser Land war damals Teil des Deutschen Reichs und seine Bürger daher an
die Gesetze dieses Staates gebunden. Wer will heute darüber urteilen, wer
von ihnen "verbrecherisch" gehandelt hat?

Dem Gedenken an die toten Soldaten und an die toten Deserteure soll nicht
durch die Situierung eines Denkmals für letztere eine "günstige
Gelegenheit zu Demonstrationen" gegeben werden.

Übrigens: Es scheint Dr. Walser entgangen zu sein, dass es im Bundesheer
mit der Biedermann-Huth-Raschke-Kaserne und der Heckenast-Burian-Kaserne
zwei Ubikationen gibt, die an echte Widerstandskämpfer erinnern. Bei der
erwähnten Windisch-Kaserne sollte man wissen, wer dessen Verurteilung
ausgesprochen hat und unter welchen Umständen. Er wurde jedenfalls
anlässlich seiner von der Republik erwirkten Freilassung an der
jugoslawischen Grenze von hohen staatlichen Würdenträgern empfangen und
für seinen Einsatz für die zu seinem Regiment gehörigen Österreicher
gewürdigt.

Karl Majcen, Gen i. R., 2102 Bisamberg

 

LeserInnen-Briefe auf diesen Artikel:


"Die Presse" vom 16.02.2012, Seite 26

Ort des Gedenkens auf "Ersatzruhestätte"

Nach meiner Erinnerung, und das gilt wohl immer noch, sieht
sich das Bundesheer nicht als Erinnerungsträger für die Deutsche
Wehrmacht. Es führt in seinem Totengedenken auch nicht Truppenteile an,
sondern lädt ein, der gefallenen Soldaten aller Staaten zu gedenken. Dem
kommt besonders dann Bedeutung zu, wenn dem Ort des Gedenkens auch die
gem. Völkerrecht vorgesehene Funktion einer "Ersatzruhestätte" zukommt.

Es stellt sich dann die Frage, ob Eingriffe bzw. Störungen nicht als
"Grabschändungen" zu werten und daher sogar rechtlich zu verfolgen sind.
Bei aller Anerkennung der Sicht von Denkmälern als Stätten kollektiven
Gedenkens - sic! - wird man auch den Nachfahren bzw. Besuchern das
individuelle Gedenken nicht abstreiten wollen.

Das österreichische Heldendenkmal wurde nach langem Vorlauf zum Gedenken
an die toten Angehörigen der k.u.k. Armee, in Anwesenheit von Vertretern
der Nachfolgestaaten, im September 1934, also zu einem Zeitpunkt noch weit
entfernt vom Anschluss, vom Zweiten Weltkrieg und von der Zugehörigkeit
von Österreichern zur SS, im Beisein des Bundespräsidenten durch den
Erzbischof von Wien als Teil einer mehrtägigen Feier eingeweiht. Zwischen
1939 und 1945 und nachher in der Kriegsgefangenschaft fanden rund 300.000
Österreicher als Soldaten der Deutschen Wehrmacht den Tod. Zur Erinnerung:
Unser Land war damals Teil des Deutschen Reichs und seine Bürger daher an
die Gesetze dieses Staates gebunden. Wer will heute darüber urteilen, wer
von ihnen "verbrecherisch" gehandelt hat?

Dem Gedenken an die toten Soldaten und an die toten Deserteure soll nicht
durch die Situierung eines Denkmals für letztere eine "günstige
Gelegenheit zu Demonstrationen" gegeben werden.

Übrigens: Es scheint Dr. Walser entgangen zu sein, dass es im Bundesheer
mit der Biedermann-Huth-Raschke-Kaserne und der Heckenast-Burian-Kaserne
zwei Ubikationen gibt, die an echte Widerstandskämpfer erinnern. Bei der
erwähnten Windisch-Kaserne sollte man wissen, wer dessen Verurteilung
ausgesprochen hat und unter welchen Umständen. Er wurde jedenfalls
anlässlich seiner von der Republik erwirkten Freilassung an der
jugoslawischen Grenze von hohen staatlichen Würdenträgern empfangen und
für seinen Einsatz für die zu seinem Regiment gehörigen Österreicher
gewürdigt.

Karl Majcen, Gen i. R., 2102 Bisamberg

 


Die Presse vom 15. Februar 2012, Seite 26

Längst fälliges Mahnmal für den Heldenplatz


Ein Denkmal für Deserteure aus der deutschen Wehrmacht am Heldenplatz wäre
sicher ein längst fälliges Mahnmal an einem sehr symbolträchtigen Ort.
Neben den herausragenden Kriegsdienstverweigerern sollte der Staat
Österreich damit aber auch andere Helden gebührend ehren: die tausenden
österreichischen Soldaten, die gegen ihre Überzeugung zur Wehrmacht
eingezogen wurden und im Krieg für ein zutiefst verabscheutes Regime
täglich Leib und Leben riskieren mussten, jene Soldaten und Zivilisten,
die während des Krieges kleine Akte des Widerstandes oder Ungehorsams
setzten, sowie die vielen Männer und Frauen, die ihre Kinder bewusst nicht
zu der HJ oder dem BDM geschickt haben, was alles andere als ungefährlich
war. Ihnen allen hat das freie Österreich in erster Linie den geistigen
und moralischen Wiederaufbau nach dem Krieg zu danken.

Dass auf dem Heldenplatz auch der Angehörigen der verbrecherischen SS
gedacht wird, ist der eigentliche Skandal, für den sich jede bisherige
Regierung in Österreich schämen sollte. Allerdings, Herr Walser: Die
selbst ernannten "Widerstandskämpfer" gegen die schwarz-blaue Regierung
haben in dem Zusammenhang auf dem "Heldenplatz" überhaupt nichts verloren!

Dr. Andreas Kresbach, 1080 Wien

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Zur Standortfrage des Denkmals



13.3.12
derstandard.at/1331207242494/Ein-Platz-fuer-vernachlaessigte-Helden

14.3.12
derstandard.at/1331207345249/Einserkastl-rau-Desertion

16.3.12
derstandard.at/1331779853961/Nationalsozialismus-Wehrmachtsdeserteure-Die-Qual-der-Platzwahl






APA-Meldung von Mailath-Pokorny |  14. Februar 2012



DER STANDARD |  3. Februar 2012



DER STANDARD |  30. Jänner 2012



APA Meldung von Mailath-Pokorny |  30. Jänner 2012



Ö1 Morgenjournal |  27. Jänner 2012



29. Jänner 2012 | ORF-Pressestunde mit FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache. Themen: Ordensverleihung, WKR-Ball, Staatsverschuldung, Schuldenbremse, Subventionsbremse, EU, Steuersystem.




Die Presse |  29. Juli 2011


NU | Juli 2011


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Der Standard |  5. Juli 2011

 

Der Falter | 15/11



KRONE | 13. Mai 2011



BBC | 23. April 2011

orf.at |  20. April 2011

Die Presse |  20. April 2011

Der Standard |  5. April 2011

 

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