Aktuelle Projekte



»Was damals Recht war …« Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht.

 

Die Ausstellung – in Österreich erstmals im Herbst 2009 in Wien präsentiert – wird nun in Klagenfurt gezeigt.

 

Die Ausstellung, ursprünglich konzipiert von der Berliner Stiftung »Denkmal für die ermordeten Juden Europas«, verfolgt wie der Wiener Verein »Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz« das Ziel, die Rehabilitierung der Opfer der NS-Militärjustiz in der Öffentlichkeit voranzutreiben und zu einem würdigen Gedenken an diese Frauen und Männer beizutragen. Der Villacher Verein »Industriekultur und Alttagsgeschichte«, der sich seit Jahren mit Ursachen und Folgen des Nationalsozialismus in Kärnten durch Forschungs- und Ausstellungsprojekte auseinandersetzt, präsentiert die Ausstellung in Kooperation mit dem Kunstverein Kärnten nun in ergänzter Fassung erstmals seit Inkrafttreten des »Anerkennungs- und Rehabilitationsgesetzes« in Klagenfurt/Celovec.

 

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Presseinformationen

 

 

Ausstellung

 
Eröffnung: 9. September 2010, 19.30 Uhr

 

Dauer: 10. September bis 9. Oktober 2010

 

Ort: Künstlerhaus, Goethepark 1, 9020 Klagenfurt/Celovec

 

Öffnungszeiten:

Mo, Di, Mi und Fr: 10.00 – 18.00 Uhr

Do: 10.00 – 20.00 Uhr

Sa: 9.00 – 13.00 Uhr

 

Der Eintritt ist frei

 

Führungen:

Schulklassen, Wehrdienstleistende und Zivildiener: 10 €

Private Gruppen (ab 5 Personen): 20 €

 

Anmeldung unter:

Tel.: 0650 24 24 555

E-Mail: hragusch@edu.uni-klu.ac.at

 

 

Begleitende Veranstaltungen

 

15. September 2010, 19.30 Uhr, Künstlerhaus

Filmvorführung »Wilde Minze« Ein Dokumentarfilm mit Helga Emperger

A 2009, Regie: Jenny Gand, Produktion: Lisa Rettl, 85 Min.

 

22. September 2010, 19.30 Uhr, Künstlerhaus

»Gegen das Dritte Reich. Transnationaler Widerstand in Slowenien und Österreich 1938–1940«

Buchpräsentation, Dr. Peter Pirker (Wien), gemeinsam mit Dr. Gorazd Bajc (Universität Koper)

 

29. September 2010, 19.30 Uhr, Künstlerhaus

Filmvorführung »Vrnitev/Die Rückkehr«

SLO 1976, Regie: Anton Tomasič, Buch: Janko Messner, 59 Min.

 

6. Oktober 2010, 19:30 Uhr, Künstlerhaus

»Flucht vor den Fahnen. Krieg und Desertion in der österreichischen Literatur«

Vortrag, Univ.-Prof. Dr. Klaus Amann (Alpen-Adria Universität Klagenfurt)

 

 

 

 

 

Vergangene Projekte



Wilde Minze

 

Österreich-Premiere eines neuen Dokumentarfilms mit der Zeitzeugin und Widerstandskämpferin Helga Emperger

 

»Wilde Minze« erzählt die Geschichte einer Mutter-Tochterbeziehung über den Tod hinaus. Die Geschichte von starken, mutigen, kämpferischen Frauen. Von PartisanInnen und Deserteuren. Vom Überleben und Weiterleben. Von der Vergangenheit in der Gegenwart und den langlebigen Folgen des Nazi-Terrors.

Mit der berührenden, 85-minütigen Dokumentarfilmerzählung Helga Empergers legen die Filmemacherin Jenny Gand und die Historikerin Lisa Rettl sowohl ein zeitgeschichtlich als auch aktuell politisch höchst relevantes Dokument vor: Am 7. Oktober 2009 wurde im Justizausschuss nach jahrelangem Ringen um die Rehabilitierung von Deserteuren ein diesbezüglicher Gesetzesantrag angenommen, wonach nun sämtliche Urteile des Volksgerichtshofs, der Sonder- und Standgerichte sowie der so genannten Erbgesundheitsgerichte pauschal aufgehoben werden. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes werden 64 Jahre nach Kriegsende die Opfer der NS-Unrechtsjustiz offiziell rehabilitiert. Damit rückt »Wilde Minze« diese lange marginalisierte Opfergruppe in einer sehr persönlichen, biografischen Erzählung in den Mittelpunkt des aktuellen politischen Geschehens. Gleichzeitig schließt der Film auch an den gedenkpolitischen Kontext des heurigen Herbstes anlässlich des 70. Jahrestages von Kriegsbeginn an: Während dabei der Schwerpunkt vor allem auf den Schicksalen von Deserteuren – und damit vor allem auf männlichen Biografien – lag, gibt »Wilde Minze« weiblichen Erfahrungen eine Stimme und rückt jene Frauen in den Vordergrund, die  durch ihre Unterstützung von Deserteuren und anderen Widerstandsaktivitäten selbst Opfer einer gnadenlosen Unrechtsjustiz wurden. Quasi en passant wird dabei ein Stück Regionalgeschichte Kärntens beleuchtet, das in der bisherigen zeitgeschichtlichen Forschung noch kaum zum Thema gemacht wurde.  

 

Nähere Infos zu »Wilde Minze« auf der Website